Ohrakupunktur

Organe, Haut, Muskulatur, Knochen, Nerven, Drüsen und das Vegetativum können über die Behandlung des Ohres erreicht werden.

 
Die Ohrakupunktur ist eine Sonderform der Akupunktur. Das Ohr ist eines von zahlreichen Mikrosystemen des menschlichen Körpers. Dies bedeutet, dass der gesamte Körper auf das Ohr projiziert ist.
Das Ohrläppchen entspricht dem Kopf – hier liegen Punkte für das Auge, die Zähne, das Gehör, die Nase und Punkte gegen Kopfschmerz.
Die inneren Organe liegen in der Ohrmuschel – durch Nadeln kann auf Organbeschwerden positiv Einfluss genommen werden.
Die Knochen und Muskeln und Nerven, das endokrine System, die Haut sind ebenfalls in genau definierten Zonen zu finden.

Die Untersuchung des Patienten und des Ohres stehen am Anfang der Diagnose und der Behandlung.

 
Nach der Befragung des Patienten wird das Ohr auf druckschmerzhafte Punkte untersucht. Mit Hilfe eines Punktsuchgerätes können auch Punkte mit niedrigerem Hautwiderstand gefunden werden. Diese Punkte geben diagnostische Hinweise und die meisten fließen in die Punktauswahl mit ein. Zunächst werden Punkte nach dem Ort der Erkrankung ausgewählt und danach entsprechend der Chinesischen Diagnose.

Beispiele

 
Bei Beschwerden der Lendenwirbelsäule suche ich im Lendenwirbelsäulenbereich, der im Ohr projiziert ist. Weitere Punkte werden nach den Leitlinien der Chinesischen Diagnose gewählt. Im besonderen Fall der Rückenbeschwerden kommen also noch Punkte der Nieren- und Blasenzone hinzu. Die Niere versorgt die Knochen und Niere und Blase gehören zum Element Wasser. Meist sind auch diese Punkte druckschmerzhaft. Hat ein Patient Magenschmerzen, nadle ich zusätzlich zum Magenareal die Milzzone – beide gehören zum Element Erde. Treten die Magenbeschwerden vorwiegend bei psychischer Belastung und Stress auf, wähle ich zusätzlich Punkte des Elements Holz, also Leber- und Gallenblasenpunkt. Hinzu kommen noch psychisch ausgleichende Punkte.

Indikationen

 
Die Ohrakupunktur lässt sich allein anwenden oder auch gut mit anderen Therapien kombinieren – z.B. akute Behandlung während einer homöopathischen Behandlung, begleitend zur Körperakupunktur oder zur schulmedizinischen Behandlung.

Bei folgenden Erkrankungen kann die Ohrakupunktur gut eingesetzt werden.

  • psychosomatische Erkrankungen
  • Heuschnupfen
  • Atemwegserkrankungen
  • Magen-Darmerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Allergien
  • Kopfschmerz, Schwindel, Ohrgeräusche
  • Beschwerden des Bewegungsapparates
  • Augenerkrankungen
  • Nieren- und Blasenwerkrankungen
  • Suchterkrankungen