Chinesische Arzneimittelrezepturen

Mineralien, Kräuter, Rinden, Wurzeln, Früchte, Gemüse, Getreide und tierische Bestandteile gehören zu den chinesischen Arzneimitteln.
 
Die einzelnen Substanzen unterscheiden sich in Temperaturwirkung, Geschmack, Wirkungsweise, -richtung und –ort. So beeinflussen einige Einzelmittel die Oberfläche, indem sie die Poren öffnen und äußerlich eingedrungene Krankheitsfaktoren, wie Wind, Kälte oder Hitze vertreiben. Andere wirken gegen innere Hitze oder Kälte, tonisieren Mangel an Yin- oder Yang, Qi oder Blut, harmonisieren, bewegen Qi oder Blut, vertreiben Nässe, zerteilen Klumpen, lösen Schleim auf oder beruhigen den Geist.

Durch die Kombination verschiedener Arzneimittel werden Rezepturen erstellt.
 
Jede Rezeptur hat einen Kaiser, der die Hautwirkung der Rezeptur bestimmt und einen oder mehrere Minister, welche den Kaiser unterstützen. Die Assistenten behandeln Begleitsymptome und verhindern, dass die Kräuter schädigend wirken. Die Boten weisen den Weg der Rezeptur in bestimmte Meridiane oder bestimmte Körperregionen.
Die Rezepturen werden ausgewählt auf der Grundlage klassischer Rezepturen und dem aktuellen Krankheitsbild. Entsprechend dem individuellen Krankheitsmuster des Patienten werden sie abgewandelt oder ergänzt.

Die Chinesische Arzneimitteltherapie ergänzt die Körperakupunktur.
 
Besonders wenn die Patienten einen Mangel an Qi, Blut, und Yin haben, ist der Einsatz von Rezepturen unerlässlich. Mit Hilfe der Akupunkturnadeln kann man sehr gut Füllezustände behandeln, sowie Energie und Blut bewegen. Mit der Akupunktur, ergänzt durch die Moxabehandlung, lassen sich Zustände von Yang-Mangel behandeln. Im Idealfall werden gut ausgewählte Arzneimittel zum richtigen Zeitpunkt zusätzlich zur Akupunktur eingesetzt.
Bei der Erstellung der Rezepturen kann die Wurzel einer chronischen Erkrankung behandelt werden und gleichzeitig der Zweig, also die akut sichtbare Erkrankung.
In meiner Praxis werden meist frisch pulverisierte Kräuter angewendet. Aber falls schwer lösliche Substanzen, wie Steine oder Muscheln in der Rezeptur enthalten sind, werden Granulate verordnet. Beide haben den Vorteil, dass sie unkompliziert in der Anwendung und Zubereitung sind und dass sie eine preisgünstige Alternative zum Abkochen der zerkleinerten Kräuter darstellen.